Krankheiten & Alternativen

Thuja: Krankheiten und robuste Alternativen für Windschutzhecken

Krankheitserscheinungen an Thuja occidentalis – Verfärbung und Absterben
Quelle: Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Thuja-Hecken gelten als pflegeleicht und schnellwachsend, aber sie sind anfälliger für bestimmte Probleme, als es ihr häufiger Einsatz vermuten lässt. Die folgenden Abschnitte beschreiben typische Erkrankungen, mögliche Ursachen und robustere Alternativen.

Häufige Probleme der Thuja-Hecke

Verfärbung und Austrocknung im Winter

Thuja-Hecken zeigen häufig braune bis bronzefarbene Verfärbungen der Zweigspitzen im Winter und Frühjahr. Dies ist oft physiologisch bedingt (Winterbräune) und geht bei mildem Frühjahrsklima zurück. Auf Flächen mit starkem Wind und gleichzeitiger Bodenfrost tritt Frosttrocknis auf – die Pflanze transpiriert weiterhin über die Nadelblätter, kann aber kein Wasser aus dem gefrorenen Boden aufnehmen.

Pilzkrankheiten

Verschiedene Pilzarten befallen geschwächte Thujen:

  • Kabatina thujae und Didymascella thujina: Verursachen braune, abgestorbene Zweigspitzen; charakteristisch sind kleine schwarze Sporenträger auf dem abgestorbenen Gewebe.
  • Pestalotiopsis funerea: Sekundärerreger, der in bereits geschädigtem Gewebe auftritt; verursacht fortschreitendes Absterben von Ästen.

Die Behandlung ist schwierig; befallene Äste sollten entfernt werden. Eine verbesserte Luftzirkulation (nicht zu enger Pflanzabstand) verringert das Infektionsrisiko.

Phytophthora-Befall

Auf feuchten, schlecht drainierten Böden kann der Oomycet Phytophthora Thuja-Wurzeln befallen. Befallene Pflanzen zeigen trotz ausreichend Feuchtigkeit Welkeerscheinungen, die Rinde am Stammfuß ist orangebraun verfärbt. Einmal befallen, gibt es keine effektive Behandlung; die Pflanzung auf gut drainierten Böden ist die beste Vorbeugung.

Problem Altholzschnitt

Ein grundsätzliches Problem der Thuja ist ihre mangelnde Fähigkeit, aus dem braunen Altholz auszutreiben. Wird zu weit zurückgeschnitten, entstehen dauerhaft kahle Stellen. Dies bedeutet: Fehler bei der Schnittführung sind bei der Thuja nahezu irreversibel – im Gegensatz zur Eibe, die auch aus dem Altholz austreibt.

Robustere Alternativen

Eibe (Taxus baccata)

Die heimische Eibe ist in Deutschland das robusteste und langlebigste Heckengehölz. Sie toleriert Trockenheit besser als Thuja, treibt aus dem Altholz aus und ist nahezu immun gegen die typischen Pilzkrankheiten der Thuja. Einziger wesentlicher Nachteil ist der langsame Wuchs.

Schwarzkiefer (Pinus nigra)

Für windexponierte Standorte auf trockenen Böden ist die Schwarzkiefer eine sehr robuste Windschutzart. Sie wächst nicht als formale Hecke, sondern als natürliche Windschutzreihe, die mit zunehmender Höhe effektiv wirkt.

Westliche Hemlocktanne (Tsuga heterophylla oder Tsuga canadensis)

Hemlocktannen sind für schattigere, feuchte Standorte geeignet, lassen sich gut schneiden und bilden dichte, fein strukturierte Hecken. In Deutschland ist ihre Verwendung als Hecke noch wenig verbreitet, obwohl sie gut für gemäßigte Lagen geeignet ist.

Quellen und weiterführende Informationen